Gibt es Facebook eigentlich noch?!

Facebook

Ein Tag auf der #AFBMC2015

Wenn man Teenager befragt, welche Sozialen Netzwerke sie nutzen, werden sie ziemlich sicher Whatsapp, Instagram und Snapchat vor Facebook nennen. Wenn sie Facebook überhaupt nennen. Doch Facebook gibt es noch und ist wichtig. Das soziale Netzwerk ist nur schon längst in den älteren Bevölkerungsschichten angekommen.

Die AllFacebook Marketing Conference, welche zweimal im Jahr, einmal in München und einmal in Berlin, statt findet, ist aus der Facebook-Marketing-Szene gar nicht mehr weg zu denken. Jahr für Jahr wächst die Konferenz und wartet mit hochwertigen Vorträgen auf, die auch hin und wieder über den Tellerrand von Facebook hinaus schauen.

Die aktuelle Ausgabe der AllFacebook Marketing Conference war da keine Ausnahme. Einziger Kritikpunkt: Eine internationale Konferenz war es nicht! Hier wäre der Blick über Deutschland hinaus wünschenswert gewesen. Gerade auch weil andere Märkte, wie z.B. in den USA, oft in der Entwicklung voraus sind und sich daraus zukünftige Trends für Deutschland ableiten lassen.

Trotzdem gab es in diesem Jahr viele interessante Vorträge aus denen ich drei Erkenntnisse mitgenommen habe:

1. Landingpages sind auch für Facebook Ads wichtig!

Das Landingpages für Facebook Ads wichtig sind, ist selbstverständlich. Trotzdem verweisen noch viele Werbetreibende bei Facebook auf keine oder eine schlechte Landingpage.

Ben von Unbounce klärt auf:

  • Die visuelle Übereinstimmung von Facebook Ad und Landingpage ist enorm wichtig
  • Dazu zählen Logo, Hero Shot, Kampagnen-Style und Farbshema
  • Auch die Aussage muss übereinstimmen (Message Match)
  • Damit sind gemeint: USP, Vorteile des Angebots, Call-to-Action, Social Proof und Tonalität
  • Eine Landingpage sollte alle für den Abschluss relevanten Informationen beinhalten (wysiati = what you see is all there is)
  • Jede Ablenkung entfernen, nur das behalten was dem Abschluss dient (Attention Ration)
  • Der Nutzer soll nicht denken müssen
  • Der Nutzer soll ein gutes Gefühl (und Spaß) haben
  • Und ganz wichtig: Eine Landingpage ist nie fertig oder perfekt, Landingpage-Optimierung ist ein kontinuierlicher Prozess!

All das spricht uns bei morefiremedia förmlich aus der Seele! Daher kann ich die Wichtigkeit der Landingpage für Facebook Ads und andere Marketing-Kanäle nur unterstreichen.

2. Dynamic Product Ads sind das Google Shopping für Facebook!

Hutter stellt Dynamic Product Ads vor.

Hutter selbst braucht man nicht mehr vorstellen, der Berater ist in der Facebook-Szene eine feste Größe.

Dynamic Product Ads sind eine Weiterentwicklung von Facebook Exchange (FBX) und in allen Belangen besser. Wer also mehrere Produkte hat – wie es in einem Online-Shop der Fall ist – und nicht für jedes Produkt einzeln eine Anzeige erstellen will, der ist bei Dynamic Product Ads goldrichtig.

Wichtig: (Leider) geht es nicht ohne den Business Manager von Facebook. Denn nur hier kann man seinen Produktkatalog hochladen, auf dessen Basis dann anschließend über das Werbekonto Facebook Ads geschaltet werden.

Eine mögliche Strategie könnte sein, erstmal über Mobile „billigeren“ Traffic auf den Online-Shop zu leiten, um dann im nächsten Schritt die Nutzer als Custom Audience (Retargeting) über Dynamic Product Ads zum Kaufen zu bewegen.

3. Traue nicht dem Algorithmus von Facebook!

Mit dem etwas reisserischen Titel „Geld verdienen mit Facebook?!“ tritt Thomas Thaler oder einfach nur Tom auf die Bühne. Im letzten Jahr soll er ein Blackhat-Vortrag gehalten haben, woraufhin Facebook seinen Facebook Ads Account für 6 Monate gesperrt hatte. Dieses Jahr ist aber alles legal, versichert er.

Er bricht eine Lanze für die manuelle Optimierung der Facebook Ads bzw. manuelles Bid Management. Tools von Drittanbietern traut er nicht, und dem Facebook eigenen Algorithmus schon mal gar nicht.

Da ich auch nicht viel von oCPM, dem Bidmanagement-Autopilot-Modus von Facebook Ads, halte, kann ich seine Argumente gut nachvollziehen. Doch ganz so viel Handarbeit wie manuelle Optimierung vermuten lässt, ist es dann doch nicht.

Er nutzt die Facebook Ads API – die im übrigen mittlerweile jedem frei zugänglich ist – um ein Skript (in PHP) zu erstellen, welche einen Teil der Gebotsanpassungen automatisiert. Aber auch um Anzeigen zu personalisieren. Dazu segmentiert er E-Mail-basierte Custom Audiences in unterschiedliche Listen mit gleichen Interessen. Beispiel: Käufern des Games Fallout 1-3 wird Fallout 4 angeboten, mit personalisierter Anzeige. Das führt zu deutlich besseren Ergebnissen.

 

Dann haben wir noch gelernt, das im Schnitt bei einem Euro Ad Spend über Facebook Ads gerade mal 44 Cent raus kommen. Das zeigt (mal wieder) das Performance Marketing über Facebook noch in den Kinderschuhen steckt. Das Potenzial ist dementsprechend groß!

PS: Einen “Clickbaitel” gab es dann noch oben drauf. Und einen etwas ausführlicheren AFBMC Recap findet man hier.

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5 Antworten zu “Gibt es Facebook eigentlich noch?!”

  1. Ben Harmanus sagt:

    Hi Sascha,

    vielen Dank für die Erwähnung und die prägnante Zusammenfassung meines Vortrags.

    Die Präsentation von Thomas Thaler habe ich verpasst – schön, dass ich hier einen kurzen Abriss finde. :)

    Zum Ad Spend. Ich kann jetzt schwer beurteilen, worauf die Berechnung hier beruht. Pro investierten Euro kommen 44 Cent zurück. Die meisten Unternehmen können doch gar nicht messen, was ihnen das in FB investierte Geld bringt. Wer knallhart über FB abverkaufen möchte (a la Adwords), der wird natürlich enttäuscht sein.

    Mit FB kann man wunderbar auf sich aufmerksam machen und oftmals kommt der Sale dann über eine AdWords-Anzeige zustande – nach dem Prinzip:

    1. User sieht Produkt/Marke auf FB
    2. Irgendwann braucht User Produkt und gibt entweder Produkt oder Marke in Google ein
    3. User ist faul, klickt gleich auf die Adwords-Anzeige und kauft
    4. Die PPC-Kampagne bekommt die Conversion, die FB Anzeigen nicht…

    Was denkst du? Ist manchmal schwierig Kunden/Unternehmen den Nutzen von FB zu erklären…

    Grüße, Ben

  2. Ben Harmanus sagt:

    Hi Sascha,

    ja ich stimme dir zu. Verkaufen über FB funktioniert – aber eben nur bis zu einem gewissen Sättigungsgrad. Die User suchen nicht, sie werden anvisiert. Das ist eben der Vorteil von AdWords.

    FB darf, wie du sagst, nicht separat vom restlichen Marketing gesehen werden. Es spielt seine Rolle, oft im Bottom of the Funnel – und mit Tracking zu arbeiten, das de gesamten Wanderpfad eines Prospects zum Kunden abbildet, kann da helfen, den Leistungen von Content, SEO, SEA und Facebook Ads gerecht zu werden.

    So einfach in der Theorie – so schwer in der Praxis. :)

    Grüße, Ben

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