Das kleine 1 x 1 der Online-Texte

Online Marketing

Ob AdWords-Anzeigentexte, Blogartikel, Newsletter-Anzeigen oder Facebook-Posts — als Online-Marketer kommen Sie am Texten nicht vorbei.

Die besondere Schwierigkeit bei Online-Texten ist, dass der Leser deutlich schneller und einfacher abspringen kann, als der Zeitungsleser. Fühlt unser Leser sich nicht abgeholt oder ist der Content nicht relevant, ist das nächste Angebot nur einen Klick entfernt.

Doch wie holen Sie ihre User richtig ab?

 

Zielgruppe

Zunächst sollten wir uns unserer Zielgruppe bewusst werden. Was sind das für Menschen, mit welcher Motivation sind sie zu uns gekommen & was zeichnet sie aus?

Zum Glück werden wir mit dieser komplizierten Frage nicht allein gelassen. Antworten liefern z.B.:

  • Google Analytics (hier erfahren wir mehr über Geschlecht, Alter & Klickverhalten unserer  User)
  • Google Suggest (anhand der Keywords lässt sich viel über Denkweise & Suchintention erkennen)
  • Sistrix (oder sonstige SEO-Analyse-Tools)
  • Business.gutefrage.net (hier können Sie über Ihr Businessprofil in direkten Kontakt mit Ihren Kunden treten)
  • Kommentare aus sozialen Netzwerken (unerlässlich um den „Ton“ zu ermitteln, in dem ihr Leser angesprochen werden möchte)

Ist Ihre Zielgruppe erst definiert, gilt es, sie angemessen anzusprechen. Beachten Sie das Alter ihrer Leser (Duzen / Siezen?) und die Branche bzw. Suchintention (Branchensprache / Fachbegriffe?).

Tipps:

  • Arbeiten Sie (bei klarer Zielgruppe) mit entsprechenden Bildern, Symbolen & Klischees. Trotz ihres schlechten Rufs kommen Klischees nicht von ungefähr. Sie sprechen meist eine breitere Gruppe gleichermaßen an, da ihnen bestimmte Bilder und Symbole vertraut sind. Das bewirkt, dass der User sich aufgehoben fühlt.
  • Bei Ratgeberthemen gilt: Den Leser nicht zu direkt ansprechen oder gar auffordern. Das wirkt schnell zu werblich für diese Zielgruppe.
  • Bei Werbetexten & Facebook-Posts gilt das genaue Gegenteil. Eine direkte Ansprache wirkt hier persönlicher bzw. vertrauter und somit verkaufsfördernd.
  • Bei allen Themen gilt: Ihr Leser hat zumeist weniger Ahnung von betreffendem Thema, als der Autor des Textes. Er erhofft sich Aufklärung, Information oder einen ähnlichen Nutzen von Ihrem Text. Sehen Sie also von elaborierten Formulierungen & Fachbegriffen ab. Überfordern Sie Ihren Leser, wird dieser sich schnell eine geeignetere Quelle suchen.
  • Auch bei den Textformulierungen gilt, wie immer: Testen, Testen, Testen.

 

Struktur

Gerade bei Online-Texten ist es unerlässlich, dem Leser die wichtigsten Fakten schnell & präzise darzulegen. So kann er unmittelbar feststellen, ob der Text seiner Suchintention entspricht. Ellenlange Einleitungen und sinnloses Vorgeplänkel dagegen erhöhen die Absprungrate massiv.

Für eine gute Struktur eignet sich das traditionelle, journalistische Nachrichtenmodell hervorragend:

Online-Texte

Online-Texte

Hier wird das Wichtigste zuerst genannt. So fühlt Ihr Leser sich direkt abgeholt. Im Verlauf des Textes wird der Faktengehalt dünner und es ist Raum für Hintergrundinfos oder weiterführende Erklärungen.

 

SEO-Texte

Beim Verfassen von Online-Texten darf der technische Aspekt natürlich nicht vernachlässigt werden. Ein gutes Ranking in der organischen Suche ist von unschätzbarem Wert.

An diesen Vorgaben sollten Sie sich orientieren, wenn Sie das Optimum aus ihren Texten rausholen möchten:

  • Möglichst ein Text pro Keyword
  • Insgesamt 200-300 Wörter (je nach Thema)
  • Keyword im SEO-Title, in der H2, im Text, den Bildunterschriften & der Metadiscription.
  • Haupt-Keyword im ersten Satz / verwandte Suchbegriffe im Text
  • Multimediainhalte am Ende des Textes erhöhen die Verweildauer
  • Namen mit Vor- und Nachnamen nennen
  • Komplexe Themen aufsplitten (1 Text pro Thema)

 

Facebook-Posts

Facebook ist in Bezug auf Online-Texte besonders interessant, da diese Plattform zur direkten Kommunikation mit ihren Usern dient. Daher hier einige Tipps zum Verfassen von Facebook Posts:

  • Facebook-Posts variieren (durch Bilder, Links & Textart)
  • Aktuelle Aufhänger -> Leser besuchen regelmäßig aktualisierte Seiten häufiger
  • Kurzer & prägnanter Text
  • Ein Post – ein Gedanke -> Jeder Pots sollte sich auf ein Thema beschränken
  • Polarisierende Thesen & wirkungsvolle Bilder -> kurbeln die Interaktion an

 

Headline

Das wohl wichtigste Element eines Online-Texts ist die Headline. Eine prägnante Headline ist Grundvorraussetzung dafür, dass der User ihren Text überhaupt anklickt.

Auch hier gilt vor allem: Eine gute Headline bedient das Leserinteresse. Daher sollte Sie möglichst konform mit der Suchanfrage des Users sein (also das wichtigste Keyword enthalten).

Des weiteren muss Sie Lust auf mehr machen. Im besten Fall verspricht sie eine Neuigkeit, die der Leser natürlich nur erfahren wird, wenn er klickt und weiter liest.

Hier die wichtigsten Orientierungspunkte:

  • Bedient das Leserinteresse
  • Verspricht Neuigkeiten (anteasern)
  • Enthält das wichtigste KW
  • Verfälscht die Textinhalte nicht
  • Klar in der Aussage & verständlich
  • Keine unfreiwillige Komik (z.B. „Frau von Bushaltestelle entführt“)

 

Teaser

Direkt unter der Headline befindet sich der Teaser. Dieser setzt die Überschrift zwar nicht voraus, sollte aber mit ihr im Einklang sein.

Er benennt den Kern des Textes auf knackige Weise. 08/15-Einstiege und Floskeln sind dementsprechend zu vermeiden. Außerdem sollten Sie nicht zu viele Schachtelsätze und Satzzeichen verwenden. Dies verkompliziert ihren Text unnötig. Im Teaser gilt: Maximal ein Bindestrich und ein Doppelpunkt.

Ein sehr hilfreiches Modell zum verfassen eines wirkungsvollen Teasers ist die Reiz-Kernthese-Rampe:

1. Reiz: Leser einfangen (knackiger Einstieg)

2. Kernthese: Nachricht kurz, klar & möglichst kraftvoll mitteilen

3. Rampe: Lust auf mehr machen (öffnender Aspekt z.B. „Aber sieh selbst“)

 

Tipps & Hilfen

  • Zu guter Letzt hier noch einige Hilfestellungen zum Verfassen von leserfreundlichen Texten:
  • Differenzierungspunkt (das was Sie auszeichnet) nach oben -> z.B. „Das unabhängige Portal“
  • Verständliche Sprache (Vermittler zwischen Experte & Laie)
  • Keyword muss direkt ins Auge springen (besonders zu Anfang)
  • Durchsichtige Sätze (ein Gedanke — ein Satz)
  • Vorsicht mit Adjektiven & Fremdwörtern
  • Vielseitig, aber nicht kompliziert -> max. 4 Protagonisten pro Bericht
  • Auffällige Elemente nur einmal pro Text -> außergewöhnliche Wörter oder Satzzeichen nicht dauernd verwenden
  • Aktiv formulieren -> Verben sind mehr wert als Substantive

 

Wenn Sie diese Punkte beachten, sind Ihnen zufriedene Leser garantiert.

 

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Online-Texte Content-Marketing

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