Kontostruktur, Messwerte & Dimensionen – Grundlagen Google Analytics – Teil 2 von 3

Analytics

Im ersten Teil meiner Artikel-Reihe „Grundlagen Google Analytics – Analytics verstehen & richtig einsetzen“ haben wir uns mit der Funktionsweise von Analytics und dem Analytics-Code auseinander gesetzt.
Heute beschäftigen wir uns mit der Kontostruktur von Analytics, sowie den Messwerten & Dimensionen.

Aufbau eines Analytics-Kontos: Datenansicht und Filter

Ein Analytics-Konto besteht aus einem oder mehreren Properties, die unabhängig voneinander Daten sammeln. Wenn Ihr Unternehmen über eine Website, einen Blog und einen Online-Shop verfügt, ist es sinnvoll diese unter einem Konto, aber in einzelnen Properties zu verwalten.

Jede Property erhält eine eigene Tracking-ID. Über diese ID sammelt Analytics Daten, speichert diese und sortiert sie den Berichten zu.
Im Idealfall legen Sie für jede Property verschiedene Datenansichten an (bis zu 25 Datenansichten sind möglich).

  1. Datenansicht – ungefiltert: Diese Datenansicht ist bereits eingerichtet. An dieser Datenansicht sollten Sie keine Änderungen vornehmen oder Filter einsetzen. Sie dient sozusagen als Backup Ihrer Daten.
  2. Datenansicht – Master: Die Master-Ansicht enthält alle Einstellungen und Filter, um aus den generierten Daten für Sie nützliche Informationen zu generieren.
  3. Datenansicht – Test: In dieser Datenansicht testen Sie zuerst neue Filter und Einstellungen, bevor sie diese auf die Master-Ansicht übertragen.
  4. Zusätzlich können Sie Datenansichten für bestimmte Abteilungen und Dienstleister anlegen, die nur die Daten beinhalten, die für die Abteilung oder den Dienstleister relevant sind.

Filter verbessern die Qualität Ihrer Berichte

Mit Filtern können Sie bestimmte Daten aus Ihren Berichten aus- oder einschließen, die Darstellung der Daten ändern oder die Daten umwandeln, damit sie Ihren Anforderungen entsprechen – kurzgefasst: Filter verbessern die Qualität Ihrer Berichte und passen sie Ihren Bedürfnissen an.

Beispiel: Sie können mit Filtern z.B. bestimmte IP-Adressen ausschließen, sodass interne Zugriffe oder Zugriffe von beauftragten Agenturen nicht in den Berichten berücksichtigt und somit mit den Kundendaten vermischt werden. Eine Hürde hierbei ist, dass wir die exakten IP-Adressen nicht aufzeichnen (erinnern Sie sich an die IP-Anonymisierung im Analytics-Code?). Aus diesem Grund müssen Sie einen Trick anwenden:
Unter dem Tab „Verwalten“ und in der Spalte „Datenansicht“ (achten Sie darauf, dass Sie die Datenansicht „Test“ ausgewählt haben), klicken Sie auf „Filter“.
Analytics - Filter richtig einsetzen
Hier können Sie einen neuen Filter hinzufügen.

Analytics - Filter richtig einsetzen

Da Sie aufgrund der anonymisierten IP nicht auf den vordefinierten Filter zurückgreifen können, müssen Sie einen benutzerdefinierten Filter mit regulären Ausdrücke einrichten. Eine Auflistung der regulären Ausdrücke liefert Google auf der Support-Seite.

Analytics - Filter richtig einsetzen
In diesem Beispiel haben wir drei IP-Adressen ausgeschlossen. Im Anschluss speichern Sie den Filter.
Testen Sie den Filter für einige Tage. Wenn der Filter fehlerfrei funktioniert, können Sie ihn auf die Master-Ansicht übertragen.

Bitte beachten: Die Filter werden nicht rückwirkend auf die Daten angewendet, sondern erst ab dem Moment, wenn Sie den Filter einrichten und aktivieren. Außerdem können gefilterte Daten nicht rückgängig gemacht werden.

Was sind Messwerte & Dimensionen?

Messwerte und Dimensionen sind die Bestandteile der Analytics-Berichte. Mit ihnen können wir auswerten, auf welcher Seite sich unsere Besucher am längsten aufhalten, nach welchen Keywords gesucht wird und welche Produkte im Online-Shop bestellt wurden.

Die Dimensionen beschreiben dabei die Aktionen der Nutzer (z.B. welche Seite aufgerufen wurde), woher der Besucher kommt (Besucherquelle) und wo sich der Besucher aufhält (Standort).

Die Messwerte hingegen liefern quantitative Informationen, z.B. wie viele Besucher hat die Website insgesamt? Und wie viele Seiten werden durchschnittlich pro Sitzung besucht?

Häufige Fragen: Sitzungsdauer & Absprungrate

Bei den Analytics-Berichten werden Sie auf zwei Begriffe stoßen, die ich kurz erläutern möchte, da hier öfters Fragen entstehen:

Sitzungsdauer: Solange Sie die Einstellung nicht ändern, beträgt die Standard Sitzungsdauer 30 Minuten. Wenn in diesem Zeitraum der Besucher nicht mit der Website interagiert, wird nach 30 Minuten eine neue Sitzungsdauer gezählt.
Das kann der Fall sein, wenn man z.B. in Mittagspause geht und die Website noch geöffnet ist oder wenn gerade ein Video auf der Website betrachtet wird, dessen Laufzeit länger als 30 Minuten beträgt. Wenn Sie also zeitumfassenden Videocontent einsetzen, sollten Sie die Sitzungsdauer nach oben anpassen.Das Zeitlimit passen Sie in den Verwaltungseinstellungen der gewünschten Property an. Wenn Sie sich in der Konto-Verwaltung befinden, klicken Sie in der Spalte „Property“ auf „Tracking-Informationen“ > „Sitzungseinstellungen“. In den „Zeitüberschreitungseinstellungen“ können Sie die Einstellung vornehmen.

Bitte beachten: Eine Sitzungsdauer kann nicht kürzer als eine Minute und nicht länger als 4 Stunden sein.

 

Absprungrate: Die Absprungrate ist der Prozentsatz der Sitzungen mit nur einer Nutzerinteraktion (der Besucher gelangt auf die Website und verlässt diese wieder ohne eine weitere Aktion auszuführen). Wie lange sich der Besucher auf der Website aufhält, spielt keine Rolle.

Gründe für eine hohe Absprungrate können u.a. sein, dass die Erwartung des Besuchers nicht erfüllt wurde und/oder die Nutzererfahrung nicht gut ist.
Wenn Sie einen Blog oder einen One Pager haben, ist eine schlechte Absprungrate oft nicht verwunderlich, sondern normal – bei einem Blog liest man den Artikel und verlässt den Blog im Anschluss wieder, bei One Pager hält man sich, wie der Name vermuten lässt, nur auf einer Seite auf.
Die Bedeutung der Absprungrate variiert somit je nach Website.
Um genauere Daten zur Aktivität der Besucher zu generieren, sollten Sie Ergebnis-Tracking einrichten.

Wie Sie das Ereignis-Tracking einrichten und was Sie alles damit tracken können, erfahren Sie in unserem Artikel „Ereignis-Tracking mit Google Analytics“.

 

Jetzt wissen Sie wie ein Google Analytics-Konto aufgebaut ist, weshalb man mehrere Datenansichten einrichten sollte, wofür Filter gut sind und was Dimensionen & Messwerte sind.
Im nächsten und letzten Teil richten wir Zielvorhaben ein und beschäftigen uns mit den Berichten im Detail.

Sie haben den ersten Teil der Artikel-Reihe noch nicht gelesen? Hier geht’s lang.

Bildnachweis Vorschaubild:
Fotolia: #81227870 Urheber: ellagrin

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