Lästiger Referrer Spam in Analytics

Analytics

Auf der SMX East im Oktober 2016 kündigte Babak Pahlavan (Senior Director Measurement & Analytics bei Google) an, dass sich Analytics dem Problem Referrer Spam noch intensiver widmen werde. Auch wenn diese Ankündigung nicht ganz neu ist, da Google schon länger an einer Lösung arbeitet, lässt sie doch hoffen, dass das Problem längerfristig zu lösen ist.

Im Dezember flutete wieder eine Welle von Referrer Spam  die Analytics Statistiken. Was genau ist aber diese Art von Spam und warum haben Webseitenbetreiber immer wieder damit zu tun?

 

Was ist Referrer Spam?

Es gibt in diesem Fall grundsätzlich 2 relevante Arten von Referrer Spam: Crawler und Ghost Spam.

Beim Crawler Spam werden Bots eingesetzt, die Webseiten „crawlen“ und so tatsächliche Seitenaufrufe erzeugen.

Ghost Spam hingegen, der den größeren Teil des Spams ausmacht, erzeugt nie einen richtigen Seitenaufruf – es handelt sich um reinen Fake-Traffic, der aussieht wie Verweislinks von anderen Webseiten.

Möglich werden diese „fiktiven“ Seitenaufrufe durch die Art und Weise, weil über das Measurement Protocol Daten direkt an die Analytics Server geschickt werden können.

Carlos Escalera vom SEO Spezialisten MOZ zeigt diese Server-Kommunikation in einer sehr passenden Grafik:

 

Ghost Spam in Analytics

moz.com/blog/stop-ghost-spam-in-google-analytics-with-one-filter

 

Der Ghost Spam landet also nie auf der eigenen Webseite, sondern verschickt falsche Daten direkt an Analytics. Dazu wird lediglich eine Analytics Tracking ID benötigt, die zufällig generiert wird. Für die zur ID gehörende Webseite wird dann ein Seitenaufruf verzeichnet, der nie stattgefunden hat.

 

 

Warum trifft Spam ausgerechnet meine Seite?

Keine Sorge: Diese Art von Spam-Traffic hat nicht eine bestimmte Webseite im Auge. Vielmehr geht es Spammern darum, viele Webseiten zu treffen. Deshalb werden die Analytics Tracking IDs auch zufallsgeneriert.

Das Ziel dieser Aktionen? Möglichst viel Traffic auf ihre eigene Seite zu leiten.

Denn allzu oft klicken Webseitenbetreiber, und sei es nur aus Neugier, auf eine fremde Spam-Domain aus ihren Trafficquellen. Spammer können ihre eigenen Seiten mit Affiliate-Angeboten und Werbeangeboten versehen und durch die ihrerseits „bespammten“ Besucher aus Analytics sehr viel Traffic generieren.

 

 

Wichtig: Nicht alles was crawlt ist automatisch schlecht.

Google crawlt beispielsweise regelmäßig Webseiten, um etwa deren Indexierung und das Ranking in den organischen Suchergebnissen festzulegen.

Da solche Crawler-Treffer allerdings bei der Auswertung der Statistiken nicht relevant sind, sollte man sie dennoch ausschließen. Dafür bietet Analytics in den Einstellungen der Datenansicht die Möglichkeit, indem man bei „Alle Treffer von bekannten Bots und Spidern ausschließen“ ein Häkchen setzt:

 

Bekannte Bots ausschließen in den Einstellungen

analytics.google.com – Einstellungen der Datenansicht

 

 

Fazit

Referrer Spam ist seit Jahren ein Ärgernis, denn er kann die Statistiken in Analytics verfälschen. Das ist gerade für kleinere Webseiten mit geringem Traffic problematisch. Für eine saubere Datenauswertung ist es wichtig, diesen Spam-Traffic aus seinen Daten auszuschließen. Die offizielle Google Analytics Hilfe bietet einen Leitfaden, wie man die Daten bereinigen kann.

 

2 Antworten zu “Lästiger Referrer Spam in Analytics”

  1. Rei sagt:

    Hey Sina,

    herzlichen Dank für diesen Artikel. Ich frage mich schon die ganze Zeit woher dieser seltsame Traffic auf meiner Site kommt. Jetzt gleich mal ausgeschlossen…! 🙂

    LG,
    Rei

    • Sina Holzberg sagt:

      Hallo Rei! Das schließt zwar bei Weitem nicht alles an Spam Traffic aus, aber es ist tatsächlich ein 1. Schritt, um die Statistiken etwas aufzuräumen. Im nächsten Artikel kümmern wir uns dann um andere Schritte, um Spam Traffic loszuwerden 🙂

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