Neue Lebensstile machen ein Umdenken erforderlich

Online Marketing

Was haben Ozzy Osbourne und Prinz Charles gemeinsam?

Beide wurden 1948 geboren, beide haben Kinder und beide kommen aus England. Nach demografischen Merkmalen, würden sie also in einer Gruppe segmentiert und somit beispielsweise das gleiche Produktangebot unterbreitet bekommen. Es bedarf wohl keiner weiteren Ausführung, dass man sich damit defintiv auf dem Holzweg befindet.

Individualisierung statt Masse und der gesellschaftliche Wandel sind Schlagwörter, die Marktforschern und Marketeers in der heutigen Zeit immer wieder entgegenschlagen und die Gesellschaft viel schwieriger zu erfassen machen. Das hat zur Konsequenz, dass Zielgruppen nicht mehr länger nur anhand von demografischen Merkmalen, wie Alter, Geschlecht oder Herkunft segmentiert werden können. Vielmehr spielt der Lebensstil eine treibende Rolle.

Die Segmentierung nach Lebensstilen geht auf Studie „Lebensstile 2020“ des Zukunftsinstituts von Matthias Horx zurück. Hier werden 11 neue Zielgruppen von morgen näher beleuchtet und anhand Ihres Lifestyles geclustert. Sie weichen von der „Normalbiografie“ ab und definieren sich über Neukombinationen von vorher „undenkbaren Verhaltensmustern“.

      • CommuniTeens, Inbetweens, Young Globalists: Wie definieren sich die jungen Zielgruppen angesichts von digitaler Revolution und Zukunftsverdrossenheit? Wie konsumiert eine Jugend, die sich von den typisch jugendlichen Verhaltensmustern des Protests und der Abgrenzung verabschieden muss?
      • Silverpreneure, Super-Grannys, Greyhopper: Wie lässt sich noch über „die Alten“ sprechen, wenn der Renteneintritt längst nur noch die Durchgangsstation für einen zweiten Aufbruch nach der Erwerbsarbeit ist? Drei Lebensstil-Typen haben wir identifiziert, die in den nächsten Jahren die Märkte des reifen Konsums dominieren werden.
      • Super-Daddys, Tiger-Ladys: Wie richten sich zukünftig die Mid-Ager ein? Wie werden die Rollen zwischen Frauen und Männern neu verteilt? Wie sehen die Rollen konkret aus, die Frauen und Männer in Zukunft leben werden? Dieser Identitäts-Switch verändert die Konsummuster und Produktpräferenzen.
      • Latte-Macchiato-Familien, VIB-Familien, Netzwerk-Familien: Was verändert sich in unseren Familien und in unseren Beziehungen? Die Zukunft der Familie ist momentan DAS Thema in unserer Gesellschaft. Wir zeigen Ihnen, wie sich die Familien in Zukunft „aufstellen“ werden, was ihnen wichtig ist, von welchen Werten sie sich verabschieden, wo neue entstehen, welche Rollenmuster wichtig werden etc.

(Quelle: http://www.zukunftsinstitut.de/verlag/studien_detail.php?nr=58)

Wie kann man Individualisierung und den gesellschaftlichen Wandel im Marketing nutzen und ein Geschäftsmodell daraus entwickeln?

Zwei Designerinnen aus Hamburg ist es gelungen eine Nische für eine der neuen Zielgruppen abzudecken. Sie bieten ein Produkt für die Latte-Macchiato-Familien, bzw. speziell für die Latte-Macchiato-Mütter an. Mit diesem Begriff werden Familien bezeichnet, die sich von früheren Familiengenerationen unterscheiden, weil sie das Leben mit Kind bewusst so weiterführen wie zuvor. Sie sitzen also nicht isoliert zu Hause, sondern leben ihr Leben, so wie sie es ohne Kind auch getan haben. Das ist ein Grund, warum sie in der Regel in den Großstädten Berlin, Hamburg oder Köln zuhause sind. Das Produkt ist simpel und jeder kennt es.

www.mamicard.de

Sibylle König und Alex Schlomka haben die Mamicard  aus Großbritannien nach Deutschland geholt (www.mamicard.de)  – Eine Visitenkarte, auf der neben den eigenen Kontaktinformationen der Mutter, auch Angaben zu den lieben Kleinen gemacht werden können. Anzahl und Namen der Kinder, Geburtstage und Allergien können auf der Mamicard vermerkt werden. Diese Visitenkarten können dann bei vielen Gelegenheiten gezückt werden, zum Beispiel zum Kennenlernen von anderen Eltern oder wenn man einen neuen Babysitter einstellt. Auf den Spielplätzen in Hamburg, München und Berlin sind diese Karten jetzt schon der letzte Schrei.

Die Mission der beiden Designerinnen ist einfach: Sie wollen das Muttersein adeln. Ihrer Ansicht nach wird der Job der Vollzeitmutter viel zu wenig gewürdigt. Damit die Mütter ihrer Individualität und Persönlichkeit  weiterhin Ausdruck verleihen können, gibt es eine große Auswahl an Designs aus den sich die verschiedenen „Mama-Typen“ bedienen können.

Ob man es gut findet oder nicht, es ist ein Geschäftsmodell, das sich von alten Segmentierungskriterien verabschiedet hat und sich die Lebensstiltypologie zu Nutze macht.

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