AdWords Qualitätsfaktor Optimierung in 3 schnellen Schritten

AdWords

Der Qualitätsfaktor gehört nach wie vor zu einem wichtigen Element, um die Effizienz und den Erfolg eines Kontos sicherzustellen. Denn ein guter Qualitätsfaktor (7-10) ist dafür verantwortlich, dass weniger pro Klick bezahlt werden muss, bzw. für das gleiche Geld eine bessere Position erreicht wird.

Auch bei Schulungen und Seminaren sind Fragen zu dem Qualitätsfaktor nach wie vor an der Tagesordnung. Von Google gibt es dazu in letzter Zeit kaum etwas Neues. Wichtig sind nach wie vor:

  • Klickrate (als oberste Maxime, denn damit verdient Google sein Geld)
  • Anzeigenrelevanz
  • Zielseitenerfahrung (denn die Nutzer sollen glücklich sein)

Wie das Prinzip genau funktioniert, zeigt Hal Varian, Chief Economist von Google:

Wie gehen Sie aber vor, wenn Sie mit Ihrem Qualitätsfaktoren nicht zufrieden sind und wenig Zeit in die Optimierung stecken wollen?

Mit diesen 3 Schritten kommen Sie zu besseren Qualitätsfaktoren

Das Kernproblem ist, dass in einem Account oft viele hunderte oder tausende Keywords sind. Die Optimierung für alle zu betreiben, wäre zu viel Arbeit. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns auf die 10-20 Keywords mit dem größten Potential, die problematisch sind. So gehen Sie vor:

Schritt 1: Keywords filtern

  • Auf der Übersicht aller Kampagnen auf den Reiter „Keywords“ gehen
  • Zeitraum: 90 Tage
  • Filter erstellen
    – Qualitätsfaktor <= 6
    – Conversion >=1

Keyword Filter Qualitätsfaktor

(Keywords, die 0 Conversion und hohe Kosten haben, sollten unabhängig vom Qualitätsfaktor betrachtet werden, da hier vermutlich ein komplett anderes Problem vorliegt…)

Diese Übersicht als Excel Report exportieren und die Keywords nach Anzahl Conversion absteigend sortieren. (Alternative: Sortierung nach Kosten) Jetzt haben Sie eine Liste der Keywords, die zwar für das Gesamtergebnis des Accounts sehr wichtig, aber von den Klickpreisen auch unnötig teuer sind.

Schritt 2: Problem identifizieren

Im AdWords Account ist im Feld Status neben dem Keyword ein Overlay. Gehen Sie mit der Maus darauf, öffnet sich ein Fenster, das Ihnen verrät, wie Google das Keyword einschätzt und wie es zu dem Qualitätsfaktor kommt.

Overlay

Hier können Sie sehen, was die Schwachstelle ist, bzw. die Schwachstellen sind. Diese von Google monierten Schwachstellen tragen Sie in die Tabelle neben Ihren 10-20 wichtigsten Keywords ein:

Unbenannt1

Schritt 3: Optimierungsstrategie festlegen

Sind die Schwachstellen identifiziert, wird ein Plan erstellt, was bei den wichtigen Keywords im Detail optimiert wird, um den Wert zu verbessern. Je nach Schwachstelle können die Herangehensweisen sehr unterschiedlich sein.

Problem: Klickrate

Google liebt Klicks, denn davon leben sie. Eine gute Klickrate ist daher immer das wichtigste Kriterium für die Qualitätsbeurteilung einer Anzeige. Ob das sinnvoll ist oder nicht, darüber mag man streiten. Aber Googles Geschäftsmodell wird sich dahingehend nicht so schnell ändern. Und deshalb: Optimieren Sie die Klickrate im für Sie möglichen und sinnvollen Rahmen.

Lösungsansätze: 

  • Ausschließende Keywords beim Broad Match, damit die Anzeigen nur noch bei relevanten Suchanfragen ausgeliefert werden
  • Anzeigenerweiterungen ergänzen, wenn noch nicht vorhanden
  • Neue Anzeigen-Texte (25+1 Tipp dafür in diesem Gratis-E-Book
  • Keyword Insertion, denn Google liebt diese Funktion (Achtung: Nicht beim Broad Match)

Es kann auch leicht vorkommen, dass Google anstelle des problematischen Broad Match Keywords auf den Exact Match zurückgreift und darüber die Anzeige ausliefert, wenn dieses Keyword in der gleichen oder eine anderen Anzeigengruppe vorliegt. Im Overlay steht dann so etwas:

Unbenannt2

In diesem Fall macht es Sinn, die Kampagnen-Struktur zu überprüfen und ggf. die Gebote je Match Type anzupassen, damit z. B. für den Broad Match niedriger geboten wird. Oder aber, die Match Types in unterschiedliche Anzeigengruppen und beim Broad Match den Exact Match als ausschließendes Keyword ergänzen. Dann kann separat für die jeweiligen Optionen optimiert werden.

Problem: Anzeigenrelevanz

Keyword und Anzeigentext passen in Googles Augen nicht optimal zusammen. Die Ursache für dieses Problem ist oft, dass heterogene Keywords in einer Anzeigengruppe liegen und der Text nur bedingt zu allen gleich gut passt.

Lösungsansätze:

  • Aufsplitten der Keywords in kleinteiligere Anzeigengruppen
  • Optimierte Anzeigentexte je Anzeigengruppe
  • Test unterschiedlicher Texte
  • Das Keyword ruhig 2x pro Text verwenden
  • Ggf.: Keyword Insertion testen

Problem: Zielseitenerfahrung

Bei der Zielseitenerfahrung beurteilt Google sowohl den Content der Seite, als auch das Nutzerverhalten auf dieser. Sind keine bzw. kaum Texte vorhanden, oder haben die Texte thematisch nichts mit dem Suchbegriff zu tun, wird die Seite als unpassend eingestuft. Aus diesem Grund sollte die Programmierung der Seite auch so aufgebaut werden, dass die beim SEO üblichen Kriterien (Title Tag, Description, Überschriften als h1 etc.) berücksichtigt werden. Nur so kann Google den Content auch korrekt beurteilen.

Neben den inhaltlichen Kriterien wird aber auch das Nutzerverhalten berücksichtigt. Sprechen die Analytics Zahlen eine eindeutige Sprache (extrem niedrige Verweildauer), ist die Relevanz der Seite offensichtlich sehr gering.

Lösungen:

Hier bleibt nichts anders übrig, als Landingpages zu testen. Gibt es mehrere Unterseiten auf der eigenen Website die passen könnten, bietet sich hier ein Test an, um das Nutzerverhalten ggf. besser zu beeinflussen.

Ist die Programmierung der Seite schlecht, muss auf jeden Fall eine komplette Überarbeitung angegangen werden. In jedem Fall macht es Sinn, separate Landingapges zu testen, da diese mit weniger Aufwand aufgesetzt werden können, als eine komplette Homepage zu erstellen.

Ist die Optimierungsstrategie für jedes Keyword definiert, werden diese in der Keyword-Tabelle ergänzt:

Unbenannt3

Anschließend wird die Optimierung angegangen.

Das Problem beim Qualitätsfaktor ist, dass Google keine historischen Werte aufzeichnet. Das heißt, Sie können nicht automatisch die Erfolge Ihrer Optimierungsmaßnahmen im Konto mitverfolgen.

Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten, das Problem zu umgehen:

  1. Manuelle Aufzeichnung der Entwicklung wie hier im Beispiel:
  2. Automatische Aufzeichnung mit AdWords Skripts

Martin Röttgerding, mein Tandem-Partner beim Vortrag auf der SMX, hat auf seinem Blog ppc-epiphany.com ein Skript bereitgestellt, mit dem die Entwicklung des Qualitätsfaktors aufgezeichnet werden kann. Das Skript sowie die Anleitung zur Einbindung finden Sie hier: Quality Score Tracker.

Fazit: Der Qualitätsfaktor ist und bleibt wichtig. Die Optimierung sollte aber nicht über den gesamten Account sklavisch verfolgt werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, bei den Keywords, die für den gesamten Account-Erfolg wichtig sind und die einen Wert von 6 und schlechter haben, kontinuierlich an der Optimierung zu arbeiten. Die Überwachung und Dokumentation der Entwicklung bei den Keywords ist dabei wichtig, denn darüber werden auch Erfahrungswerte aufgebaut, die für die Optimierung anderer Problemkinder wichtig sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Weitere Artikel zu AdWords

Zusätzlich zur Anruferweiterung bietet Google AdWords seit kurzem die... Mehr lesen »

Sollte man auf die eigene Brand bieten? Ja oder nein? Ein Thema, das... Mehr lesen »

Prinzipiell ist es nicht schwer, eine Adwords Kampagne auf die Beine zu... Mehr lesen »


Weitere Artikel von Robin
AdWords
Um es Unternehmen zu ermöglichen, die Qualität und das know how einer... Mehr lesen »

AdWords
Die Werberichtlinien für Google AdWords sind schon lange deutlich... Mehr lesen »

AdWords
Der AdWords Qualitätsfaktor ist ein wichtiges Instrument zur Analyse und... Mehr lesen »

Top-Beiträge

Facebook

Bilder posten auf Facebook

Nicht jedes Bild passt in das neue Konzept der Facebook Chronik. Aber wie müssen Bilder jetzt... Mehr lesen »
Design

13 coole Header-Effekte für Webseiten

Ich zeige euch 13 coole Header-Effekte für Webseiten, die beim Scrollen animiert werden. Manche... Mehr lesen »
Facebook

Bilder einfügen in Facebook-Kommentaren – Gut oder schlecht?

Bereits im Juni war es bei Facebook-Profilen schon möglich Kommentare mit Bildern zu versehen. Für... Mehr lesen »
^