Recap: AllFacebook Marketing Conference 2016

Facebook

Ein Tag, drei Bühnen, 27 Vorträge, über 30 Speaker und 500+ Besucher. Das sind die Zahlen zur diesjährigen AllFacebook Conference in München.

Die #AFBMC ist nicht länger eine reine Facebook Konferenz, sondern deckt einen Großteil des Social Media Spektrums ab – nicht nur Facebook ist Thema, sondern auch Instagram, WhatsApp (natürlich naheliegend), Snapchat und YouTube.

Welche Erkenntnisse ich aus München mitgebracht habe, erfahrt ihr im nachfolgenden Recap:

Troll dich! Humor als Bestandteil der Social Media Strategie

Niddal Salah-Eldin ist Head of Social Media für Die Welt. Wie einige Unternehmen, hat auch Die Welt mit Trollen zu kämpfen. Salah-Eldin und ihr Team lassen sich von Trollen aber nicht einschüchtern und führen ein proaktives Community Management. Sie sehen Die Welt als starke und selbstbewusste Marke und tragen dieses Markenbild durch ihre Kommunikation auf Facebook nach außen. Niddal Salah-Eldin spricht wahre Worte wenn sie sagt „Trolle sind nicht die Leser, die wir haben wollen“ und „Beleidigungen sind keine Meinung“. Unternehmen haben das gute Recht auf ihrer Fanpage ihr Hausrecht entscheidend durchzusetzen.

Der Sound von Die Welt: ironische Kommentare, wenn es angebracht ist.

Der Sound von Die Welt: Ironische Kommentare, wenn es angebracht ist.

Der Sound von Die Welt:

  • Nutzer duzen
  • Verwenden die Stilmittel des Internets (Memes, GIFs)
  • Ironischer Humor
  • Hart durchgreifen bei Hetze und Co.
  • Sich für gute Beiträge und Kommentare bei den Nutzern bedanken
  • Trolle sind nicht die Leser/Kunden, die wir haben wollen
  • Wir zensieren nicht, wir moderieren
Die Welt betrachtet Leser-Kommentare als Chance. Dieser Beitrag hat starke Interaktionen und Likes hervorgerufen.

Die Welt betrachtet Leser-Kommentare als Chance. Dieser Beitrag hat starke Interaktionen und Likes hervorgerufen.

Seitdem Die Welt ihren „Sound“ eingeführt hat, konnte nach einiger Zeit das Diskussionsklima deutlich verbessert und die Anzahl an Hetze & Spam auf der Seite reduziert werden.
Learning: Eine konsequente Trollabwehr ist wichtig, aber das alleine ist kein Community Building. Nutzer sollten für positive Kommentare und Beiträge gelobt und wertgeschätzt werden.

Bayern auf Instagram

Seit Kurzem testet Instagram einen Algorithmus. Beiträge erscheinen dann nicht mehr chronologisch sondern nach Relevanz für die jeweiligen Nutzer. Claudia Hinnerkopf und Peter Mestel müssen sich darum wahrscheinlich keine Sorgen machen. Für die beiden Social Media Verantwortlichen für Tourismus Bayern steht fest: It’s not about the feed – it’s all about community and interaction (interact or pay).

Das Instagram-Profil von @bayern.

Das Instagram-Profil von @bayern.

Das Thema Tourismus ist natürlich wie gemacht für Instagram – Bilder von atemberaubenden Landschaften, darauf steht die Instagram Community.
Das Ziel ist, eine starke Community zu etablieren, die @bayern mit user generated content versorgt. Dazu wurden vorab verschiedene Hashtags eingeführt, die Bayerns Vielfalt präsentieren und als Themencluster fungieren – wie z.B. #visitbavaria, #bavarialakes oder #bavariacities – und konsequent eingesetzt werden.
Das Team von @bayern interagiert mit der Community, indem sie die Beiträge liken, kommentieren und teilen. Gewinnspiele, wie eine Foto-Tour durch Bayern gemeinsam mit bekannten Instagrammern, erhöhen zusätzlich die Interaktion.

Von der Social Media Analytics zur Social Media Business Intelligence – wie ProSiebenSat1 Digital aus Daten Werte generiert

Was ist mein relevantes Business-Ziel? Martin Szugat und Matthias Mehner von ProSiebenSat1 machen deutlich, dass Fanzahlen alleine nicht aussagekräftig sind. Wichtig ist, welche harten Zahlen (ausgedrückt in Euro) am Ende einer Kampagne herauskommen (it’s all about the ROI). Ziele müssen messbar sein, damit man am Ende Erfolg verzeichnen kann. Aus diesem Grund ist es auch wichtig die Kampagnen mit UTM-Parameter  zu tracken (lassen sich z.B. mit einem Google-Tool erstellen und in Google Analytics verfolgen).

Social-media-analytics

Facebook Rechtsupdate 2016

In seinem Vortrag thematisiert der Rechtsanwalt Carsten Ulbricht aktuelle Social-Media-relevante Gerichtsbeschlüsse und deren Auswirkungen für Werbetreibende und Unternehmen:

1. Social Plugins

Vor Kurzem wurde unter anderem Peek & Cloppenburg für die Integration von Social Plugins abgestraft. Das Problem: Personenbezogene Nutzerdaten werden ungefragt an Facebook weitergegeben – auch wenn der Nutzer nicht bei Facebook angemeldet ist. Das betrifft auch weitere Social Plugins, wie Twitter oder YouTube.

Was kann man tun?
Carsten Ulbricht schlägt den Einsatz einer 2-Klick-Lösung vor – diese wird aktuell geduldet. Weitere Alternativen sind Shariff (Button wird zum Link) und die Anpassung des Datenschutzmodus bei YouTube. Zusätzlich sollte ein Hinweis in der Datenschutzerklärung ergänzt werden.

2. Facbook Custom Audience

Dürfen die E-Mail-Adressen der Kunden bei Facebook für sogenannte Custom Audience Kampagnen hochgeladen werden? Eine eindeutige Rechtsprechung gibt es dazu noch nicht. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, holt vorab die Einwilligung der Nutzer ein.
Bei Retargeting Kampagnen sollte der Cookie-Einsatz in der Datenschutzerklärung erläutert werden und dem Nutzer ein Opt out oder Opt in angeboten werden.

3. Urheberrecht

Beispiel free booting: Jemand lädt urheberrechtlich geschützten Content von YouTube runter um diesen dann bei Facebook neu hochzuladen.

Was kann man tun, wenn der eigene Content von free booting betroffen ist?

Was kann man tun, wenn der eigene Content von free booting betroffen ist?

Sollte so etwas mit dem eigenen Content passieren, hat man zwei Möglichkeiten:

  • Gegen denjenigen vorgehen, der das Video hochgeladen hat
  • Den Vorfall Facebook melden (notice and takedown Verfahren)

Ob man fremden Content für eigene Zwecke verwenden darf oder nicht, lässt sich mit einer Info-Grafik entscheiden. Hier geht’s zur Grafik von Carsten Ulbricht. 

4. Influencer Marketing

Heutzutage steht Influencer Marketing in vielen Fällen immer noch synonym für Schleichwerbung – einflussreiche Influencer werden von Unternehmen bezahlt, um Produkte und Dienstleistungen zu bewerben. Da das Ganze möglichst authentisch wirken soll, wird auf eine Kennzeichnung wie „Sponsored“ oder „bezahlter Post“ verzichtet. Das kann laut Carsten Ulbricht fatale Folgen haben – für die Influencer wie auch für das Unternehmen und vermittelnde Agentur.

5. WhatsApp Marketing

WhatsApp lässt sich im Moment bedenkenlos zur Kundenkommunikation einsetzen – die Erlaubnis sollte man sich aber vorab vom Kunden einholen.

Facebook Lead Ads – Möglichkeiten und Best Practice

In ihrem Vortrag zu Facebook Lead Ads erläuterten Julia Rittig und Steffen Jecke von Projecter GmbH Schritt für Schritt, wie man eine Lead Ad Kampagne im Facebook Power Editor aufsetzt. In meinem letzten Blogartikel habe ich dieses Vorgehen bereits erläutert.

Interessant waren die Erkenntnisse, die die beiden bereits mit A/B-Testing für einige Kunden sammeln konnten:

  • Langes vs. kurzes Formular – kurzes Formular zu 12% günstiger*
  • Website Custom Audience (WCA) vs. Interessen vs. Fansdie Zielgruppe „Interessen“ war 45% günstiger als die „WCA, die Zielgruppe „Fans“ war immerhin zu 40% günstiger*
  • Mit vs. ohne Context Karte – Anzeigen mit Context Karte war zu 5,5% günstiger (der zusätzliche Klick für den Nutzer kann sich durchaus lohnen – insbesondere bei Erklärungsbedürftigen Produkten und Dienstleistungen)
  • Desktop vs. Mobile Newsfeed – Desktop zu 9,3% günstiger*
  • Alle Netze vs WLAN-Verbindung – WLAN zu 42,6% günstiger*

*cost per lead

Rittig und Jecke beendeten ihren Vortrag mit ihren Top 10 Tipps für Lead Ads:

  1. Alle Anwenderszenarien bedenken
  2. Die benutzerdefinierte Frage steht am Formularanfang und umfasst 50 Zeichen
  3. Mobil je zwei Fragen auf einer Formularseite
  4. Formulare lassen sich nicht löschen, aber duplizieren
  5. Leadqualität auswerten
  6. Video und Carousel als Anzeigenformat beachten
  7. Context Karte bei erklärungsbedürftigen Inhalten einsetzen
  8. Formulare kurz halten
  9. An Synchronisation und Nachfassmail denken -> CRM Integration
  10. Bestehende Kontakte beim Trageting ausschließen

Wie du Instagram- & Facebook Ads optimal kombinierst + die 3 (bzw. 7) wichtigsten Optimierungshebel

Lars Müllenhaupt, Head of Online Marketing bei den Werbeboten, begann seinen Vortrag mit den drei wichtigsten Schritten für Facebook- und Instagram Ads:

  1. Ziele s.m.a.r.t. definieren
  2. Verständnis von der Customer Journey entwickeln
  3. Targeting aufsetzen

Anschließend teilte er sieben Optimierungshebel für Kampagnen auf beiden Plattformen:

  1. Erstellt Look-a-like auf Basis verschiedener Kategorien, wie z.B.:
    • Websitebesucher bestimmter Produktgruppen
    • Alle Kunden vs. Big Spender
    • App-Downloader vs. Registrierter App-Nutzer
  2. Vermeidet überschneidende Zielgruppen und schließt sie sinnvoll aus
  3. Instagram Prospecting (mobile) + Facebook Retargeting (Dekstop) = höhere Conversion-Rate
  4. Definiert nur ein Ziel pro Kampagne
  5. Analysiert eure Customer Journey und holt potenzielle Kunden ab
  6. Verwendet eure Audience Insights bei der Erstellung eurer Anzeigen
  7. Achtet auf einen guten Relevance Score (7-10)

afbmc

Die AllFacebook Marketing Conference konnte mich mit spannenden und abwechslungsreichen Vorträgen überzeugen. Für das nächste Jahr wünsche ich mir aber mehr (bzw. überhaupt) Vorträge aus dem B2B-Bereich, gerne auch von kleineren Unternehmen.

Ich bin gespannt und freue mich auf #AFBMC2017.

Bildnachweis Vorschaubild:
#AFBMC 2016 in München.

2 Antworten zu “Recap: AllFacebook Marketing Conference 2016”

  1. Henning sagt:

    Danke für den informativen Bericht!

  2. Lars sagt:

    Hallo Sabrina,
    vielen lieben Dank für die Erwähnung meines Vortrags. 🙂
    Viele Grüße,
    Lars

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