RECAP: SEAcamp 2014 in Jena

Online Marketing

Deutschlands einzigartiges PPC-, SEA- und SEM-Barcamp fand dieses Jahr am 9. April in Jena statt. Die Konferenz auf Diskussions-Basis bot Teilnehmern bereits zum 2. Mal die Möglichkeit sich auszutauschen und einen Einblick in die Vorgehensweise anderer SEA-Professionals zu erlangen.

SEAcamp2014

 

Eines der am heißesten diskutierten Themen auf dem SEAcamp war systematisches brandbidder Management. Denn das Bieten auf Marken-Begriffe ist für den Inhaber einer Marke nicht nur ärgerlich sondern auch teuer. Es führt zu höheren CPCs und zum Verlust des Conversion-stärksten Traffics an die Wettbewerber. Laut Daniel Karlovic von AdPolice GmbH gehen dabei bis zu 16% der Klicks an Mitbewerber verloren!
Zum Auffrischen: Das EuGH Urteil vom 22.09.2011 (Az. C-323/09) besagt, dass aus einer bei AdWords geschalteten Anzeige transparent hervorgehen muss, dass die Anzeige nicht vom Markeninhaber stammt. Alle Zweifel daran gehen zu Lasten des Werbenden.
Schon gewusst? Folgende Formulierungen sind im Anzeigentext unzulässig:
–          „15% reduziert“ – wenn kein Grundpreis für diesen Rabatt angegeben wird
–          „Nur für kurze Zeit“
–          „Wir sind die Nummer 1 am Markt“ – wenn dies nicht valide belegt werden kann

Ein weiterer „Gewinner“ des Barcamps war die modified broad Keyword-Option. Sophia Skuraowicz von Nu3 GmbH präsentierte einen Test, bei dem alle phrase Keywords mit modified broad Keywords ersetzt wurden. Das Ergebnis: Bei Long Tail Keywords (nicht aber Top Performer Keywords) lohnt es sich, da Conversions günstiger eingekauft werden konnten. Obgleich dieser Ansatz etwas radikal scheint, hat auch die Allgemeinheit bereits gute Ergebnisse mit modified broad erzielt.
Die Referentin empfiehlt bei der Umstellung von broad zu modified broad, die Gebote von modified broad erst deutlich zu erhöhen, um den Traffic von broad weg zu ziehen. Das ist besser, als broad einfach zu löschen, da hinter den Keywords eine Historie liegt, die Google positiv bewertet!

Weiterhin wurde sich auf dem SEAcamp 2014 damit beschäftigt, ob sich mit Remarketing in der Suche wirklich zusätzliche Conversions generieren lassen und welche die beste Herangehensweise dafür ist. Während klassisches Remarketing im Google Display-Netzwerk zur Anwendung kommt, werden die neuen RLSA in der Google Suche angewendet. Grundsätzlich gibt es 3 Einsatzmöglichkeiten für RLSA:

  1. Innerhalb einer Anzeigengruppe: Zielgruppe in eine vorhandene Anzeigengruppe hinzubuchen und Gebote anpassen.
  2. Extra Anzeigengruppe innerhalb einer Kampagne: Separate Anzeigengruppe für die Zielgruppe. Außerdem Anpassung der Gebote, Anzeigen und Keywords.
  3. Extra Kampagne: Neue Kampagne für die RLSA mit individuellen Budgets für die Zielgruppen.

Die meisten Diskussion-Teilnehmer haben die Zielgruppen direkt in einer Anzeigengruppe mit eingebucht. So haben sie Targetings miteinander kombiniert und bei den Zielgruppen die CPCs erhöht. Das Ergebnis? Eine Verlagerung der Conversions! Das ist gut, solange zu einem besseren CPO eingekauft werden kann, denn grundsätzlich ist die Intention von Remarketing logisch und gut: Den Nutzer besser im Kaufprozess begleiten. So kann man einen anderen Ansatz bei den Anzeigentexten nutzen, da die User bereits auf der Seite waren und das Produkt/die Dienstleistung kennen. Dennoch: bahnbrechende Erfolge löst RLSA bisher nicht aus.

Eine Neuheit im Bereich E-Commerce wurde natürlich auch nicht ausgelassen: Die Google Shopping Kampagnen. Sie sind die Nachfolger der PLAs (Product Listing Ads) und bieten zu diesen jede Menge Neuheiten, wie zum Beispiel:
–          Anwendung von Custom Labels
–          Betrachtung von Benchmark-Werten
–          Individuelle Gebotssteuerung auf Produktebene
Darüber hinaus ist die Qualität des Daten-Feeds noch wichtiger geworden und sollte unbedingt im Auge behalten werden!

Diskutiert wurde auch ein Feature, welches sich derzeit in der Testphase befindet: Bewerbung öffentlicher Beiträge auf Google+ über AdSense. Die Bewerbung erfolgt jedoch nicht im Stream, sondern Interaktionen sind direkt in der Anzeigefläche von Google möglich.

Fazit:
Das SEAcamp besticht durch seine Spontanität und seinen unkonventionellen Charme. Es wird diskutiert, kommentiert und Ideen ausgetauscht. Und alle wollen nur das eine: Ihre SEM Performance verbessern. Eine tolle Konferenz für Agenturen als auch Inhouse SEM Professionals. Wir kommen gerne wieder!

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