Sixt und Mollath – Darf man so etwas?

Online Marketing

Ich mag provokante Werbung. Ich mag Werbung, die sich über Grenzen hinwegsetzt, Konventionen missachtet und Werbung die keine Schmerzen kennt. Sixt macht seit vielen Jahren gemeinsam mit Jung von Matt solche Werbung. Da werden Politiker und Personen des öffentlichen Lebens vor Autos gestellt und es wird billigend in Kauf genommen, dass die Anwälte der meist unfreiwilligen Testimonials zu tun bekommen.

Die neueste Kreation des kongenialen Gespanns nutzt die Aufmerksamkeit um Gustl Mollath. Die Anzeige erschien in der Süddeutschen Zeitung und war mit Mollath nicht abgesprochen.

Das Zitat stammt selbstredend nicht von Mollath, ein Honorar soll ihm wohl nachträglich noch angeboten werden.

Ist das witzig? Ist das gute Werbung?

Über Humor lässt sich genauso gut streiten wie über gute Werbung. Die Idee ist zweifelsohne kreativ und die mediale Aufmerksamkeit ist gigantisch.

Juristisch wird die Anzeige für Sixt vermutlich keine gravierenden Konsequenzen haben. Die Meinung der Experten geht zwar auseinander (z. B. hier und hier). In Relation zur Aufmerksamkeit wird die Strafe gering sein.

In meinen Augen ist allerdings die Begründung von Sixt peinlich, warum Mollath ungefragt für die Kampagne genutzt werden darf. Laut Sixt sei davon auszugehen, dass Gustl Mollath inzwischen eine Person des öffentlichen Lebens ist. (Quelle Spiegel Online)

Natürlich ist Mollath inzwischen hinlänglich bekannt und sein Fall hat ein großes Aufsehen in der Öffentlichkeit erzielt. Allerdings nicht aus dem Grund, dass Gustl Mollath ins Rampenlicht wollte. Die Öffentlichkeit war seine einzige Rettung, um einen mutmaßlichen Justizskandal, den es in der Form noch nicht gegeben hat, aufzudecken.

Ohne die Öffentlichkeit säße er noch immer als gemeingefährlicher Straftäter in einer geschlossenen Anstalt. Ihn deswegen auf eine Stufe mit scheinwerfergeilen C-Promis bei RTL2 zu setzen, dazu braucht es schon ein hohes Maß an Skrupellosigkeit.

Christian Wulff hat es in später Einsicht auf den Punkt gebracht: „Nicht alles, was juristisch rechtens ist, ist auch richtig.“

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