Usability-Optimierung = Conversion-Rate-Optimierung

Online Marketing

Was ist Usability?

Die wohl treffenste Übersetzung für Usability im Web ist „Gebrauchstauglichkeit„. Funktionalität und Design müssen sich an den Bedürfnissen und Erwartungen der Nutzer orientieren.

„Usability ist das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufrieden stellend zu erreichen.“ (ISO 9241-11)

 

User Experience – Die Bedürfnis-Pyramide des Nutzers

Joy of Use (Nutzerspaß, Freude an der Benutzung)
Der Nutzerspaß legt seinen Fokus auf die wahrgenommene Ästhetik und die erzeugten Emotionen während der Nutzung. Emotionales Design und die Darstellung von Inhalten und Produkten sollen zur intensiveren und wiederholten Nutzung der Anwendung motivieren.

Utility (Nutzwert, Nützlichkeit)
Utility kann mit „Nutzwert“ oder auch „Nützlichkeit“ übersetzt werden. Es bezieht sich darauf, inwiefern eine Anwendung Funktionalitäten und Inhalte bereitstellt, die zur Erreichung der Nutzungsziele erforderlich sind.

Accessibility (Barrierefreiheit)
Informationen und Technologien müssen für jeden Benutzer (Körperbehinderte Nutzer, ältere Menschen, Migranten und Nutzer von mobilen Devices) zugänglich sein, unabhängig von technischen und/oder körperlichen Einschränkungen.

User Experience
Die Bedürfnisbefriedigung der 3 oben aufgezählten Punkte (Joy of Use, Utility, Accessibility) erzeugt ein ganzheitliches Nutzererlebnis (User Experience).

Ist ein hohes Bedienkomfort gegeben und die Inhalte und Funktionen werden in einer emotional ansprechenden und attraktiven Weise präsentiert, hat der Nutzer ein positives Nutzungserlebnis.

ux-pyramide

Ein gutes Beispiel für ein Produkt mit sehr guter User Experience ist das iPhone. In einem Wettbewerbsintensiven Markt schafft es Apple, mit ansprechendem Design und einer einfachen Bedienungsoberfläche, die Nutzer zu begeistern. Es macht den Nutzer „Spaß“ es zu benutzen. Das große Angebot an Apps fördert den spielerischen Umgang mit dem Gerät und trägt zu einer positiven User Experience bei.

 

Usability als strategischer Erfolgsfaktor

Warum ist Usability für eine Webseite wichtig? Ganz einfach, findet der Kunde ein Produkt nicht, kann er es auch nicht kaufen. Die Optimierung der Usability ist also ein wichtiger Schritt, um die Conversion-Rate einer Webseite zu verbessern.

Bei der Conversion-Rate geht es darum, in welchem Ausmaß es z.B. einem Shop gelingt, aus Besuchern Käufer zu generieren. Mittels werblichen und damit Kosten verursachenden Maßnahmen werden Kunden auf das Angebot aufmerksam gemacht. Diese sollen im besten Fall beim ersten Besuch der Webseite das Produkt kaufen.

Maßnahmen über die ein Kunde auf eine Webseite, eine Landingpage oder einen Shop gelangen kann:

  • Search Engine Marketing (SEM)
    – SEO (Search Engine Optimization)
    – SEA (Search Engine Advertising/Keyword Advertising)
  • Affiliate-Programme (Partnerprogramm)
  • Online-Werbung (Banner, Pop-ups, etc.)
  • Newsletter-Werbung
  • Klassische Werbung (Print-, TV, Radio-, Plakatwerbung)

ux-trichter

Wie erreiche ich eine hohe Usability?

1. Typographie

  • Schriftart: Wählen Sie eine gut lesbare Schriftart aus und mischen Sie nicht zu viele Schriftarten
  • Schriftgröße: Die Schriftgröße sollte der Zielgruppe angepasst sein. Z. B. sollten Sie für Menschen in einem höheren Alter, einen größeren Schriftgrad verwenden.
  • Schriftfarbe und Kontrast: Achten Sie auf einen guten Kontrast von Schrift zu Hintergrund für eine bessere Lesbarkeit.
  • Satzart: Die benutzerfreundlichste Satzart ist der linke Flattersatz. Blocksatz und mittelbündige Texte sind für das Web nicht gut geeignet, da sie schwerer zu lesen sind.
  • Zeilenlänge: Die Zeilenlänge darf nicht zu lang sein (ca. 50-70 Zeichen/Zeile bei einspaltigem Text und 40-50 Zeichen/Zeile bei mehrspaltigem Text), da das Lesen auf Bildschirmen deutlich schwerer fällt als auf Papier. Der Zeilenabstand darf nicht zu gering sein (bei einer Schriftgröße von 10 pt beträgt der Zeilenabstand 12 pt – 120 % der verwendeten Zeichengröße).

2. Einheitliche Design Elemente

  • Responsive Design: Die Darstellung auf unterschiedlichen Ausgabegeräten sollte einen hohen Wiedererkennungswert haben. Wenn Sie wissen möchten ob Ihre Webseite fit für alle Devices ist, dann schauen Sie sich den interessanten Artikel meiner Kollegin Petra an.

3. Mulitmediale Inhalte

  • Dateigrößen: Bilder, Grafiken und Videos sollten nicht größer als notwendig sein. Wie Sie Bilder für eine kürzere Ladezeit im Web optimieren, können Sie hier nachlesen.
  • Fortschrittbalken: Geben Sie die Länge des Videos an und blenden Sie einen Fortschrittbalken ein, damit der Nutzer informiert ist.
  • Steuerelemente: Der Nutzer sollte jederzeit die Möglichkeit haben die Wiedergabe von multimedialen Inhalten, anhand von eingeblendeten Steuerelementen, zu unterbrechen und fortzusetzen.

4. Formulare

  • Felderanzahl: Weniger ist mehr. Es sollten nur die wichtigsten Informationen abgefragt werden, das verringert die Absprungrate.
  • Fortschritt: Zeigen Sie dem Nutzer bei mehrseitigen Formularen, wo er sich befindet und wie weit er vom Ziel entfernt ist. Dafür ist ein Fortschrittbalken die perfekte Lösung.
  • Validierung: Geben Sie dem Nutzer eine Rückmeldung für ausgefüllte und unausgefüllte Felder. Achten Sie darauf das Warnhinweise in der Nähe des entsprechenden Feldes stehen.

5. Orientierung

  • Navigation: Die Navigation sollte schnell zu erfassen und gut erreichbar sein.
  • Navigationsstruktur: Wählen für Ihre Webseite die passende Navigationsstruktur aus. Im besten Fall sollte man nicht mehr als 2 Menüebenen verwenden.
  • 404-Fehlerseite: Sorgen Sie dafür, dass der Nutzer, wenn er zum Beispiel auf einen veralteten Link klickt und auf eine 404-Fehlerseite gelangt, eine sinnvolle Alternative erhält, damit der Seitenbesuch nicht abgebrochen wird.

6. Benutzerführung

  • Handlungsempfehlung: Zeigen Sie dem Nutzer, anhand von Hinweisen und Aufforderung, wie er was zu tun hat. Um schnell ans Ziel zu gelangen, sollte der Nutzer nicht lange suchen müssen.
  • Fokus: Setzen Sie den Fokus auf ihr Hauptziel/Angebot der Webseite. Lenken Sie nicht mit zu vielen Call-To-Actions ab.

 

Fazit

Eine verbesserte Usability wirkt sich auf eine höhere Conervion-Rate aus. Über ein professionelles und seriöses Design wird das Vertrauen des Kunden gewonnen. Das animiert den Besucher nicht nur zum Kauf, sondern kann den Nutzer auch langfristig binden. Erreicht der Nutzer schnell und erfolgreich sein Ziel und das zu seiner Zufriedenheit, dann spricht man von einer hohen Usability.

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